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Liedermacherin aus Überzeugung
Yvonne Teichgräber aus Leopoldshöhe ist mit ihrer Band "flowin'"
erfolgreich
Leopoldshöhe (kem). Es gibt Wunderkinder und Spätberufene. Yvonne
Teichgräber zählt zu den letzteren: Von Musik hatte die Sängerin
und Gitarristin in ihrer Jugend "keine Ahnung". Erst mit 21,
während ihrer Ausbildung zur Erzieherin, nahm sie eine Gitarre in
die Hand. "Und da hat es mich gepackt und nicht mehr losgelassen",
berichtet die heute 29-Jährige, die seit zwei Jahren mit einem Soloprogramm
und ihrer Band "flowin'" auftritt. Auch ihren stimmlichen Qualitäten
hatte die Leopoldshöherin in ihrer Jugend nie getraut. "Jetzt
singe ich für mein Leben gern und möchte die Menschen mit meiner
Stimme im Herzen berühren."
Spät
Berufene:Yvonne Teichgräber entdeckte als Erwachsene ihre musikalischen
Fähigkeiten. Die Leopoldshöher Liedermacherin ist mit der Band
"flowin'" erfolgreich.Foto: Kemna
Die Leidenschaft für die Musik ist bei ihren Auftritten spürbar.
Yvonne Teichgräber taucht in die Melodien ein, schließt oft
die Augen, singt voller Inbrunst. "Dann bin ich ganz in mir verschwunden",
beschreibt sie es und: "Wenn ich nichts mehr mitkriege, bin ich richtig
groovy." Zuviel Kopflastigkeit schmälere ohnehin die Qualität.
"Wenn ich zu sehr denke und auf Text und Griffe achte, weil ich nichts
falsch machen will, läuft es nicht so gut!"
Aufgrund ihres recht hohen Anspruchs dauert es auch länger, bis ein
Lied den Sprung ins Programm schafft. Zumal sie sowieso nur Songs singt,
hinter deren Aussage sie hundertprozentig steht. Und da die meist auf
Englisch sind, gibt sie in ihren Ansagen eine Einführung, die neugierig
macht. "Das hilft, in die Texte reinzufinden und zieht mich selbst
auch in die Stimmung", erklärt die gelernte Ergotherapeutin
und Erzieherin. Wenn sie dann sehr viel Gefühl in ihren Vortrag legt,
dann bekommen die Zuhörer schon mal eine Gänsehaut. "Wenn
das so rüber kommt, ist das toll", freut sich die Sängerin.
"Ich sehe mich in der Tradition der Liedermacher, wo man noch jeden
Ton raushören und einem Instrument zuordnen kann." Auch wenn
sie Lieder von anderen Interpreten singt, tut sie es doch ganz auf eigene
Weise. "Ich will nicht singen wie Alanis Morisette, die Lieder sollen
nach mir klingen", sagt sie mit einem großen Ausrufezeichen.
So wählt sie bewusst Lieder von männlichen Interpreten. Sting
oder Police finden sich im Repertoire. "Zum Beispiel mein Fields
of Gold - das ist mächtig anders, als das Original!"
Langsam traut sich Yvonne Teichgräber immer mehr zu, auch eigene
Songs vorzutragen. Selbst getextet und vertont und - bis auf eine Ausnahme
- auf Deutsch. Nachdenkliche Lieder, persönliche Texte, die Gefühle
ausdrücken. "Ich möchte, dass die Leute zwischen den Zeilen
hören und sich ihre eigenen Gedanken machen." Zum Beispiel über
den Engel, den sie in einem Lied beschreibt oder über den Mut zur
Eigenständigkeit. "Und ab jetzt, da wähl ich meine Farben
ganz alleine, mal alles bunt und hell", ist ihre Botschaft.
Von der Musik leben, das kann die 29-Jährige jetzt schon. Aber es
sind nicht die Auftritte, die sie ernähren, sondern die Stunden als
Gitarrenlehrerin und als Musikpädagogin in Kombination mit Ergotherapie.
Dort arbeitet sie mit behinderten Kindern an Sonderschulen. Mit Einfühlungsvermögen
geht sie an ihre Schüler heran. "Ich bin nicht die typische
Gitarrenlehrerin, sondern schaue genau, was der Schüler mit der Gitarre
möchte."
Selbst hat Yvonne Teichgräber in Berthold Halbwachs aus dem Extertal
auch noch einen Gitarrenlehrer, der sie, wie auch Jens Hausmann aus Detmold,
voller Überzeugung fördert. "Irgendwann möchte ich
nur noch von meiner Musik leben. Aber ich will nicht um jeden Preis hochkommen",
versichert sie. "Ich tu es in erster Linie, weil es mir etwas bringt
und mir Spaß macht!"
Yvonne Teichgräber hat auch eine Homepage, auf der man mehr über
sie erfahren kann:
www.ytei.de
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